sisvel für mp3-player - was ist das?
auf unseren webseiten bieten wir viele verschiedene mp3-produkte an. neben mp3-playern zum beispiel mp3-kugelschreiber, mp3-cardreader, mp3-sonnenbrillen, mp3-karten oder mp3-uhren.
sisvel-listen beim zoll
auf dem mp3-format liegen viele patente. all die mp3-produkte können nicht importiert werden, wenn nicht schon herstellerseits sisvel-gebühren abgeführt wurden. die sisvel-lizenznehmer stehen auf sogenannten sisvel-listen, die dem zoll vorliegen. ist ein hersteller nicht aufgelistet wird die ware abgewiesen bzw. aus dem verkehr gezogen.
es folgen einige informationen zu diesem thema.
die geschichte des mp3-formats
quelle wikipedia: das format mp3 wurde ab 1982 von einer gruppe um karlheinz brandenburg am fraunhofer-institut für integrierte schaltungen sowie an der friedrich-alexander-universität erlangen-nürnberg in zusammenarbeit mit at&t bell labs und thomson entwickelt. 1992 wurde es als teil des mpeg-1-standards festgeschrieben. die dateiendung .mp3 (als abkürzung für iso mpeg audio layer 3) wurde am 14. juli 1995 in einer institutsinternen umfrage festgelegt. die kernbereiche von mp3 sind wie bei vielen der aktuellen kodierverfahren durch patente geschützt. prof. pr. brandenburg erhielt für die entwicklung dieses datenformates mehrfach auszeichnungen.
lizenzstreitigkeiten und patente - sisvel
quelle wikipedia: die fraunhofer-gesellschaft und einige andere fimen besitzen softwarepatente auf teilverfahren, die für mpeg-kodierung eingesetzt werden. es gibt kein alles umfassendes mp3-patent. die fraunhofer-gesellschaft hat den größten teil zur entwicklung des mp3-standards beigetragen und sich einige verfahren zur mp3-kodierung patentieren lassen. in einem zusammenschluss mit thomson besitzen beide unternehmen 18 mp3-bezogene patente. seit september 1998, nachdem sich der mp3-standard sechs jahre lang hatte unbelastet etablieren können, verlangt fhg/thomson lizenzgebühren für mp3-encoder.
bei der entwicklung des mp3-formats soll auf patente der bell laboratories zurückgegriffen worden sein. diese rechte liegen derzeit bei alcatel-lucent, die bell labs übernommen haben. die firma hat vor einigen jahren patentklagen gegen microsoft, dell und gateway eingereicht. im verfahren gegen microsoft wurden lucent im februar 2007 erstinstanzlich 1,52 milliarden us-dollar zugesprochen. dieses urteil wurde allerdings im august 2007 vom bundesbezirksgericht in san diego aufgehoben. die firma sisvel erhebt im auftrag von philips ebenfalls patentansprüche.
was bedeutet das: auf dem deutschen markt tummeln sich viele anbieter, die illegal eingeführte mp3-produkte verhökern. immer wieder werden auf messen razzien gegen hersteller durchgeführt, die keine sisvel-lizenz besitzen (siehe sisvel artikel von der cebit 2008 unten). ebenso wird keine gema-gebühr entrichtet, die in deutschland zum schutze der künstlerechte anfällt. dies führt zu irregelären wettbewerbsverzerrungen. teilweise kann sich auch ein käufer strafbar machen, wenn er ware direkt importiert ohne auf sisvel und gema zu achten.
2008-03-07: aktuell news zum thema sisvel:
cebit: mp3-razzia durch sisvel veranlasst
schon am zweiten tag der cebit geht es richtig rund: 180-200 polizeibeamte sind im grosseinsatz auf der intensiven suche nach herstellern von mp3-playern, die keine sisvel-lizenzabgaben entrichten. sisvel ist ein italienisches unternehmen mit entsprechenden patentrechten. stände werden durchsucht, personal befragt, exponate werden beschlagnahmt. anzeigen erstattet.
zunächst wurde in hannover vermutet, dass die ganze aktion von apple ausging, deren iphone und auch das ipad immer wieder opfer von plagiateuren ist. inzwischen steht aber fest, dass sisvel hinter dieser spektakulären aktion steckt. besonders die asiatischen importeure sind im visier der zoll- und polizeibeamten.
sisvel-management greift durch
sisvel-manager alberto leproni bestätigte, dass es um strafanzeigen wegen patentrechtsverletzungen gehe, die das italienische unternehmen bei der staatsanwaltschaft in hannover eingereicht hat. große publikumsmessen sind dabei immer öfter im fokus der italiener. sisvel verwalte die patente, die die basis der mp3-technologie bildeten. betroffene geräte sind mp3-player, dvd-player mit mp3-funktion, mobiltelefone und auch gps-geräte. die polizei "säubert" aufgrund der sisvel-anzeige die entsprechenden stände.
für die polizei gibt es viel zu tun. etwa dreißig bis vierzig unternehmen sollen betroffen sein. die stimmung auf den ständen ist entsprechend schlecht. die meist asiatischen hersteller sind teils mit viel hoffnung auf den europäischen markt nach hannover gereist. über die patentrechtliche situation sind sie nicht informiert. doch unwissenheit schützt vor strafe nicht. im land der plagiate will man patentrechte oftmals einfach nicht wahrhaben.
so können nach der heutigen aktion auf manchen ständen nur noch flyer verteilt werden - die exponate sind beschlagnahmt. viele hersteller sind durch die sisvel-aktion eingeschüchtert und haben ihre exponate "verschwinden" lassen. wem dies nicht gelang, muss nun mit empfindlichen strafen rechnen.
der kundenstamm von sisvel umfasst unternehmen wie philips electronics, france telekom, telediffusion france, oder das institut für rundfunktechnik (irt). alle machen geltend, dass die von ihnen entwicklete technik in mp3-produkten zu finden sind.
auch in den vergangenen jahren ist sisvel auf der cebit und auf der ifa (2006) aktiv gewesen. sie ließ so zum beispiel die mp3-player von sandisk vom damaligen messestand entfernen. die verhandlungsposition von sisvel ist dadurch gestärkt. gütliche einigungen mit betroffenen unternehmen nach der messe sind keine seltenheit.